Wie schreibt man fürs Web

Wie schreibt man fürs Web? – Grundlegende Tipps

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Das Web ist ein Dschungel und die Nutzer sind Informations-Wilderer darin. Diese Analogie des Usability-Experten Jacob Nielsen sollte sich jeder vor Augen halten, der Texte fürs Web verfasst. Wie kommt er darauf? Nielsen hat im Rahmen einer Studie zur Content Usability die Wirkungskraft optimierter Webtexte gemessen und herausgefunden, das Inhalte dann über eine hohe Usability verfügen, wenn sie prägnant, objektiv geschrieben und gut strukturiert waren. Und, dass Nutzer diesen Schreibstil zu schätzen wissen. Das sind einige, jedoch nicht die einzigen Kriterien, die einen guten Text ausmachen. Es folgen weitere grundlegende Tipps für erfolgreiche Web-Texte.

Anatomie eines Web Textes


Die Headline

Oftmals ist die Headline die einzige Chance, beim Nutzer Interesse zu erzeugen und Ihre Inhalte zu „verkaufen“. Nutzen Sie diese Chance, indem Sie die Headline einfach und attraktiv gestalten.  Formulieren Sie die Überschriften aktiv und zeigen Sie gleichzeitig, worum es im Artikel geht. Achten Sie dabei darauf, keine Versprechen zu geben, die Sie im Artikel nicht halten können. Das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, sind frustrierte Nutzer!


Das Wichtigste zuerst

Nicht alle User sind dazu bereit, einen Artikel komplett durchzulesen, oder auf eine Folgeseite zu blättern. Viele scannen lediglich durch die Seite auf der Suche nach relevanter Information und brechen bereits an der „Scrollgrenze“ ab. Deshalb ist es wichtig, dass Ihre Texte zum Punkt kommen – je früher, desto besser. Als Richtlinie gilt: Verwenden Sie halb so viele Wörter wie bei klassischen Textformaten.

Orientieren Sie sich bei der inhaltlichen Gestaltung an der „umgekehrten Pyramide“, indem Sie die Quintessenz im ersten Absatz formulieren. Beginnen Sie Ihren Text also mit der Schlussfolgerung. Das geeignete Mittel um relevante Informationen abzudecken kennt jeder: W-Fragen. Sie erklären, wann, was, wo und aus welchem Grund (warum) stattgefunden hat und wer daran beteiligt war.


Struktur und Fokus

Strukturieren Sie den Text, damit dieser schnell von Nutzer überflogen werden kann. Es folgen einige Tipps, wie Sie das am besten bewerkstelligen.

  • Heben Sie wichtige Keywords hervor!
  • Fügen Sie Zwischenüberschriften ein, die inhaltliche Bedeutung haben. Im besten Fall ist die Überschrift eine Paraphrase des darauf folgenden Absatzes. Auch für Suchmaschinen stellen die Überschriften H2-H4 Rankingfaktoren dar.
  • Verwenden Sie sortierende und aufzählende Listen, um lange Fließtext-Passagen zu unterbrechen und wichtige Punkte aufzulisten.
  • Versuchen Sie möglichst nur einen Gedanken pro Sinnabschnitt zu beschreiben. Zu viele verschiedene Ideen innerhalb eines Absatzes verunsichern den Nutzer, verkomplizieren den Text und lenken davon ab, was Sie eigentlich sagen möchten.


Rich Media

Verwenden Sie – wenn sinnvoll – Multimedia-Elemente! Mit Fotos, Videos, Flashanimationen oder Grafiken erlangen Sie die Aufmerksamkeit des Nutzers. Achten Sie jedoch darauf, dass die Gewichtung von Text zu Multimedia-Elementen immer verhältnismäßig ist und Sie Ihre Nutzer nicht überfrachten. Der Zweck dieser Elemente liegt ausschließlich darin, die Aussage Ihres Texts zu unterstützen!


Die Sprache der Nutzer sprechen

Dass sich ein objektiver und sachlicher Schreibstil positiv auf die Content Usability auswirkt, haben wir schon gehört. Versuchen Sie also, allzu bildhafte Werbesprache zu vermeiden. Diese verdeckt für Nutzer nur den Blick aufs Wesentliche und erschwert es ihm, gewünschte Antworten im Text zu finden. Das Resultat: Ihre Nutzer sind schnell wieder weg, die „bounce rate“ steigt  und  Ihre Glaubhaftigkeit leidet. Versuchen Sie deshalb die Sprache Ihrer Nutzer zu sprechen, d.h. Begriffe zu verwenden, die auch Ihre Nutzer im Kopf haben.  So fühlen diese sich abgeholt und verweilen gerne auf der Seite. Die Herausforderung besteht also in der Kombination aus authentischer und informativer Sprache.


Glaubhaftigkeit

Erhöhen Sie Ihre Glaubhaftigkeit – das geschieht natürlich vor allem über qualitativ hochwertige Texte. Was zusätzlichen Nutzen bringt, ist das Publizieren informativer Grafiken und relevanter Links. Bieten Sie Ihren Nutzern das beste Angebot – wenn dazu auch externe Links mit weiterführenden Informationen gehören, platzieren Sie diese. Das zeigen auch, dass Sie keine Angst davor hat, Ihre Nutzer zu anderen Inhalten zu führen. Was Sie dagegen unterlassen sollten, ist die Platzierung bezahlter werblicher Links.


Schlüsselbegriffe

Schluss mit sinnlosen Keyword-Schlachten und aneinandergereihten Worthülsen! Setzen Sie auf einen ganzheitlichen Ansatz bei der Erstellung Ihrer Texte! Überlegen Sie sich deshalb, auf welche Schlüsselbegriffe es in ihrem Beitrag ankommt. Dabei zählt Qualität statt Quantität. Implementieren Sie diese  Keywords dann in title und body ihres Beitrags. Tools wie das Keywords Tool von Google AdWords würde ich nur bedingt empfehlen – das verleitet nur dazu, Wörter zu verwenden, die unnatürlich und hölzern klingen.

Wozu dienen Links auf Websites? Sie ermöglichen den Lesern Zugriff auf weiterführende Beiträge zu diesem Thema oder verwandte Inhalte. Sie ermöglichen dem Betreiber einer Seite aber auch den Fokus des Nutzers durch internes Linkbuilding auf spezielle Beiträge und Themen zu lenken. Egal, ob der Link in die Seite oder aus ihr herausführt, gilt: der Linktext muss hohe Relevanz besitzen. Er muss den Nutzer nicht nur durch einen ehrlichen und transparenten Text auf den folgenden Inhalt vorbereiten, sondern auch beschreiben, was geschieht, wenn er den Link betätigt (öffnet sich ein PDF, ein neues Fenster, etc.).


Informationen HTMLisiseren

Ein weit verbreitetes Phänomen auf Websites ist es, relevante Informationen in PDFs zu verstecken. Auf der Seite selbst finden sich dann lediglich einige schmückende Beiworte zur Datei. Diese herunterzuladen, stellt für viele Nutzer eine enorme Hürde dar. Dabei ist das oftmals gar nicht notwendig. Sehen Sie sich Ihre Dokumente einmal genauer an. Viele Inhalte können „HTMLisiert“ werden,  also direkt auf der Seite eingebaut werden.

 

— i love good texts —

Graphic “Anatomy of web texts”: Download english version here

 

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