Brixen

Ich nehme euch mit nach Brixen – einer der ersten Hotspots südlich des Brenners. Die Stadt ist so typisch für vieles, was Südtirol auszeichnet. Ich liebe Brixen für das was es ist und auch nicht ist. Ich mag die Normalität, die hier herrscht, den bürgerlichen Charme der Kleinstadt und die sportlichen Herausforderungen, die man hier in den Bergen rund um den Ort findet.
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Typisch Südtirol und bester Startpunkt um die Gegend kennenzulernen

Brixen war einer unserer ersten Berührungspunkte mit Südtirol. Es ist von München aus in wenigen Auto- und vor allem Zugstunden erreichbar. Außerdem bietet es vieles, was Südtirolurlauber zu schätzen wissen. Gleichzeitig ist es auch eine Art Scheidepunkt zwischen dem rauen Norden Südtirols und dem mediterranen Süden der Provinz. In jedem Fall verdient es eure Aufmerksamkeit – und sei es nur für einen kurzen Aufenthalt.

Auf dem Weg nach Brixen

Macht ihr euch auf den Weg nach Brixen, stellt sich euch erstmal die Frage nach der Anfahrt. Brixen liegt ganz und gar praktisch – egal ob ihr mit dem Auto oder der Bahn anreisen möchtet. Aus München kommend empfehle ich euch die Anreise mit dem Zug. Die EC Direktverbindung führt mit nur wenigen Zwischenstopps direkt nach Brixen. Bucht man etwas im Voraus, gibt es sogar 1. Klasse Tickets zu sehr guten Preisen und man kann die Anreise zum Lesen oder Arbeiten nutzen.

In Brixen angekommen sucht man sich am besten eines der vielen Hotels und Pensionen aus. Unser Weg führt uns meist ins Hotel Pupp (Achtung: Adults only). Zum einen aus Nostalgie-Gründen – wir wohnen hier seit unserem ersten Aufenthalt immer wieder. Zum anderen auch, weil dieses kleine Bed & Breakfast Boutiquehotel mit nur wenigen Zimmer genau unserem Wunsch nach Ruhe und Privatsphäre entspricht. Wer es etwas größer mag und die Annehmlichkeiten eines großen Hotels (Wellness und Kulinarik) zu schätzen weiß, kann aber auch getrost ins Hotel Krone gehen. Das wartet dafür auch mit einem bekannten Mountainbike Guide auf, der euch auf die versteckten Trails um Brixen und hoch auf die Plose führt.

Was macht Brixen nun besonders?

Gute Frage. Brixen ist wie eine süddeutsche Kleinstadt, die nach Norditalien verpflanzt wurde. Etwas weniger eng, etwas mehr mediterraner Lebensstil. Ich bin selbst im Einzugsgebiet einer kleinen Stadt aufgewachsen. Wenn ich in Brixen bin, werde ich oft daran erinnert, auch wenn ich mit dieser Aussage vermutlich keinem der beiden Orte gerecht werde. In vielerlei Hinsicht ist Brixen sehr konventionell und bürgerlich. Gleichzeitig ist es (noch) nicht so schlimm vom deutschen Massentourismus überrannt wie viele andere italienische Städtchen. Hier herrscht durchweg sehr viel Alltag. Wenn man etwas positives sagen möchte, dann wäre das an dieser Stelle vor allem, dass man hier in Ruhe gelassen wird. Das gefällt mir.

Wenn ihr es gern noch ein etwas abgeschiedener habt, fahrt ihr von hier aus bestimmt auch mal in die nord-östlichen Täler Südtirols, wie das Ahrntal, das Vigiltal oder das Gardertal. Hier erwarten euch endlose Wanderwege auf denen ihr tagelang von Hütte zu Hütte wandern könnt. Aber das wisst ihr bestimmt schon. Und für alle die es nicht wissen, muss ich an anderer Stelle nochmals ausführlich darüber berichten.

Was unternehmen wir in Brixen?

In Brixen gibt es grundsätzlich zwei Optionen: Müßiggang oder Sport. Sportlich bieten sich natürlich viele Mountainbike Touren an, die ihr von hier erreicht. Zum Beispiel die Dörferrunde rund um Brixen. Auch zahlreiche Wanderungen wie der Weg hoch zur Raschötz Hütte (ab St. Ulrich – kurze Anfahrt mit dem Auto nötig, geht übrigens auch gut mit dem Mountainbike) sind durchaus zu empfehlen. Belohnt werdet ihr hier mit einem sagenhaften Ausblick auf Langkofel und Co.

Auch Rennradfahrer kommen in Brixen auf ihre Kosten und profitieren vom perfekt ausgebauten Radwege-Netz in Südtirol. Für eine erste Ausfahrt empfehle ich euch einfach mal an der Eisack entlang Richtung Bozen zu rollen.

Das bietet sich auch schon allein für einen direkten Vergleich beider Städte an. Wo Brixen alpenländisch ist, ist Bozen mediterran und viel belebter. Den gesamten Weg von Brixen nach Bozen führt ein asphaltierter Radweg. Man sieht auf dem Weg allerlei und obwohl es an manchen Stellen etwas bergauf geht, geht es doch die meiste Zeit bergab, der Eisack entlang. Zurück könnt ihr dann getrost mit dem Zug fahren – ihr habt ja eh schon alles gesehen und es geht auch stetig bergauf. Wer gerade diese sportliche Herausforderung sucht, kann den Weg natürlich auch andersrum wählen oder von Bozen aus weiter Richtung Süden fahren oder hier in das westlich abzweigende Etschtal Richtung Meran abbiegen. Das möchte ich ganz und gar euch überlassen.

Müßiggang in Brixen

Muss ich dazu viel sagen? Nichts zu tun fällt in Brixen wirklich leicht. Man kann zum Beispiel ein wenig an der Eisack entlang oder durch die kleine Altstadt und den Hofgarten schlendern, nur um gleich darauf in eines der vielen Restaurants und Cafés zu verschwinden und zu lesen oder den anderen Menschen beim Nichtstun zuzusehen. Es gibt wirklich gute Gastronomie in Brixen. Für ein süßes zweites Frühstück oder am Nachmittag empfehle ich die Konditorei Pupp oder (solltet ihr ein moderneres Ambiente vorziehen) den alten Schlachthof. In letzterem bekommt man auch mittags und abends moderne und abwechslungsreiche warme Küche. Seid ihr auf der Suche nach einem Aperitivo oder einem Glas Wein, empfehle ich VINUS in der Altstadt. Einer der neuen Hotspots in Brixen ist das Brix 0.1. Was ich davon halten soll, weiß ich ich noch nicht so recht. Es ist schick und hat Anspruch, kann diesen aber nicht durchweg halten.

Im Restaurant “Alter Schlachthof” ist noch vieles von der ursprünglichen Nutzung sichtbar.

Bereits Ende Februar konnten wir einen Aperitivo in der Sonne genießen.

Alle Bilder sind Ende Februar 2019 entstanden. Wir waren für ein langes Wochenende dort und konnten schon die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings genießen.

Wenn ihr gerne noch mehr von Südtirol entdecken möchtet, schaut euch unseren Beitrag zu einem perfekten Wochenende in Südtirol an.

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