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Test: Rapha Brevet Insulated Jacket

Crossbike Fahrer mit Rapha Jacket

ANZEIGE – Für diesen Artikel bekamen wir die Jacke während des Testzeitraums von Polartec zur Verfügung gestellt – 

Über Rapha habt ihr auf diesem Blog schon öfter gelesen. Sei es, wenn es um trendige Rennradbekleidung für Frauen ging oder als wir beim letztjährigen Rapha Crossbike Festival in München dabei waren. Heute stellen wir Euch ein ganz besonderes Kleidungsstück von Rapha vor: das Brevet Insulated Jacket.

Rapha Brevet Insulated Jacket

Wie der Name schon sagt, ist die Jacke vor allem für die Langstrecke („Brevet“) konzipiert. Je länger die Reise für die Randonneure geht, umso wahrscheinlicher ist es, ganz unterschiedlichen Wettereinflüssen ausgesetzt zu sein. Da ist es nützlich, wenn man viele Situationen mit wenigen Kleidungsstücken abdecken kann. Gleichzeitig sollte die Kleidung möglichst leicht sein und beim Transport nicht unnötig zur Last werden. Wer will schon am Gardasee mit Schmerzen im Nacken oder Rücken ankommen, wenn er in einem Rutsch von München aus losgeradelt ist? ;) Rapha versucht sich mit der Rapha Brevet Insulated Jacket genau diesen Herausforderungen zu stellen. Die Jacke soll einerseits sehr leicht und gut verstaubar, gleichzeitig aber auch wasserabweisend sein. Soviel sei vorab verraten: wir konnten all diese Fähigkeiten testen, was nicht für das Wetter in München spricht…

Rapha Brevet Insulated Jacket

Der zweite Anzug

Ich wähle die Jacke in L – eine Nummer größer als ist sonst trage. Das hat sich für mich bei Rapha-Produkten so bewährt. Ärmel und Kontur sind enganliegend, um während der Fahrt die Widerstandsfläche für den Wind zu reduzieren. In meiner typischen Größe würde sich das etwas zu sehr nach Slim-Fit anfühlen, auch wenn das Jerseymaterial dehnbar ist. Wer die Jacke für Brevets oder lange Radtouren nutzt, wird darunter auch einiges in den Trikottaschen verstauen. Auch dann würde ich im Zweifel eher zur nächsten Größe greifen. Frauen sollten Ihre Standardgröße wählen (die Jacke ist unisex geeignet).

Der erste Eindruck ist Rapha-typisch positiv: jede Naht ist dort, wo sie sein soll. Alles fühlt sich extrem wertig und passend an. In den meisten Fällen wird man die Rapha Insulated Jacket mitführen, aber nicht als primäres Outfit beim Rennradfahren oder Crossbiken anhaben. Zumindest dachte ich das: Hat man die Jacke allerdings das erste Mal angezogen, ist es schwer vorstellbar, sie wieder auszuziehe. Sie trägt sich so bequem! Das liegt an den Hightech-Stoffen, die in der Jacke verbaut sind. Die „Polartec® Alpha“ genannte Technologie ist für diese Art von Jacke perfekt geeignet: die Aktivisolierung macht einen fantastischen Job. Beim Testen mit dem Crossbike fing es zwischenzeitlich stark zu regnen an. Da ich vorher schon ordentlich geschwitzt habe, hatte ich die Befürchtung auszukühlen. Nichts dergleichen ist passiert. Unter der Jacke war alles wie vor dem Regenschauer, so dass mein Jersey trocken blieb. Je wechselhafter ihr das Wetter draußen erwartet, umso eher werdet ihr das Brevet Insulated Jacket einpacken. Hier kann sie ihre Stärken voll ausspielen.

Wasserabweisende Material bei Rapha Jacket
Crossbike Fahrer

Farben, Formen und keine Rückentasche

Da ich für den Test eine schwarze Jacke hatte und die der Herbst schneller dunkle Wolken und die Nacht hervorbringt, gefielen mir die Reflektoren an der Jacke. Hier hätte ich mir teilweise eine stärkere Wirkung gewünscht. Klar, man kann auch an anderer Stelle Reflektoren tragen und ein Licht ersetzen diese sowieso nicht. Dennoch ist die Jacke ist durch ihre Fläche und Position am Körper einfach das Kleidungsstück, das von Autofahrern zuerst wahrgenommen wird. Vielleicht ist daher für die richtig langen Brevets mit viel Straßenanteil eine Jacke in einer helleren Farbe sinnvoller. Das Brevet Insulated Jacket gibt es im Online Shop von Rapha derzeit in den Farben Chartreuse (ein leuchtendes gelb) sowie Rich Burgundy (weinrot mit weißen und rosa Streifen).

Ich sagte es bereits: ich habe die Jacke nicht nur auf dem Rennrad, sondern auch abseits der Straße getragen. Für mich persönlich ist sie auch beim Crossbiken in kälteren oder regnerischen Jahreszeiten ideal, wenngleich das Material auf Funktion bei niedrigem Gewicht und nicht Robustheit konzipiert ist. Kleinere Stürze mit dem Crosser steckt die Jacke sicher weg. Unglücklichere oder heftigere Abstiege solltet ihr sowohl euch als auch der Jacke nicht antun.

Eine Sache, die mir schon bei mehreren Regen- und Isolierjacken aufgefallen ist: sie haben immer häufiger keine Rückentasche. Das kann aus Gewichtsgründen Sinn ergeben. Ich trage jedoch Dinge, auf die ich während der Fahrt zugreifen will, gerne in der äußersten Schicht (Beispiel: Riegel). Für mich ist der Verzicht an dieser Stelle nicht ganz nachvollziehbar, wenngleich man fairerweise sagen muss, dass zumindest ein kleines Schlüsselfach mit Reißverschluss vorhanden ist. Stark dagegen: muss man die Jacke ausziehen und verstauen, hilft ein kleiner Bund, sie auf möglichst kleine Fläche zusammenzufalten. Ein sehr cleveres Detail, welches gut zum Einsatzzweck passt. Apropos Einsatzzweck: Ich ertappe mich während des Testens immer wieder dabei, lieber etwas weniger darunter, dafür dann die Jacke anzuziehen. Ob das so im Sinne des Erfinders ist?

Fazit

Ich kenne keine Jacke, die derart maßgeschneidert ist für den Einsatzzweck auf langen Radtouren. Auch abseits dessen kann die Jacke Sinn machen. Dann muss man allerdings auch mit kleineren Einschränkungen wie der fehlenden Rückentasche leben – fair enough. Qualität und Material sind über jeden Zweifel erhaben und für mich der Benchmark in der Preisklasse bis 200 Euro. Es ist in dieser kaum mit einer klassischen Textilie zu vergleichen.

Crossbike Fahrer mit Rapha Jacket
5 Comments
  • Markus
    says:

    Da bin ich wiederum voll bei Dir. Leider ist mein Eindruck im Straßenverkehr, dass es oft zu sehr „menschelt“, zu wenig Rücksicht genommen wird und das wiederum ein gefährlicher Cocktail ist für alle Beteiligten (in München ist die Situation Radfahrer/Autofahrer unerträglich…). Bezogen auf die Jacke bleibe ich dabei: jeder muss zusehen, für seinen Use Case die richtige Kleidung zu finden.
    Dass eine schwarze Jacke im Dunkeln trotz Reflektoren nicht ideal ist: check. Aber dafür gibts andere Farben, die man sich dann halt einfach aussuchen muss. Da würde ich die Verantwortung aber schon beim Radfahrer selber sehen und nicht beim Hersteller.

  • Tom
    says:

    In der Theorie magst du mit den Fahrzeuglichtern bei diesigem Wetter schon recht haben. In der Praxis bist du als Radfahrer aber der schwächere Verkehrsteilnehmer und da ist „Gesehen werden“ die beste Prävention. Und selbst bei sonnigem Wetter und 30 Grad wirst du im leuchtendem Trikot besser gesehen als im schwarzen oder in einer gedeckten Farbe.

  • Markus
    says:

    Die Darstellung ist mir ehrlich gesagt etwas übertrieben. Radfahrer mit „Suizidsucht“ kenne ich zwar einige, mit einer Raphajacke hat das aber nie etwas zu tun ;-)

    Ich stimme Dir zu, dass eine Jacke, die auch im Herbst getragen werden kann, einen Beitrag- neben ordnungsgemäßer Beleuchtung und angepasstem Fahrverhalten- leisten muss, dass man als Radfahrer sicher unterwegs ist. Aber: Wer die Jacke zu „90% bei schlechten Lichtverhältnissen“ tragen will, muss ja nicht unbedingt die schwarze Variante der Jacke nehmen. Es gibt beispielsweise eine sehr helle, neongelbe Jacke, die für den von Dir beschriebenen Zweck wohl besser geeignet ist. Ich finde nicht, dass Rapha Design vor Sicherheit stellt.
    Ich persönlich habe die Jacke nicht primär bei schlechten Lichtverhältnissen getragen, sondern insbesondere dann, wenn ich tagsüber mit dem Rennrad unterwegs war und dann einen Wetterwechsel mitgemacht habe. Dafür die die Jacke, wie ich oben beschrieben habe, perfekt geeignet. Sollten sich die Lichtverhältnisse während der Tour („Breite Jacket“) verschlechtern, haben auch die anderen Verkehrsteilnehmer Lichter an (bzw. müssen diese anhaben), so dass du dann eben entsprechend reflektiert wirst.

  • Tom
    says:

    Cooles und hipsterkompatibles Design hin oder her, solche Jacken trägt man zu 90% bei schlechten Lichtverhältnissen. Reflektorelemente funktionieren nur nachts, wenn sie direkt angeleuchtet werden. In der restlichen Zeit wird man einfach nicht gesehen und da hat das Tragen einer solchen Jacke für mich etwas mit Suizidsucht zu tun. Jeder, der neben Rad auch Auto fährt, weiß das. Allerdings geben sich da die Hersteller nichts, ich sag nur „Gore-Tex Shakedry“.

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