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Die Kunst ein Dandy zu sein

Heute möchte ich euch gleich zwei Bücher vorstellen, die sich mit dem Dandytum beschäftigen. Beiden Bücher gemeinsam ist ihr aktuelles Erscheinungsdatum. Es handelt sich dabei also nicht um antiquierte Abhandlungen aus einem vergangenen Jahrhundert sondern vielmehr um die Wiederentdeckung einer gesellschaftlichen Lebensform. Verbunden mit der Aufforderung einer Rückbesinnung.

Während sich heute so ziemlich jeder schlaksige Hipster mit halbwegs guten Manieren und einer Krawatte um den Hals Dandy nennt, war dieser Begriff vor wenigen Jahrzehnten noch einer ganz eigentümlichen Gattung Mensch zuzuschreiben. Wobei: Sucht man in Friedrich Kluges etymologischem Wörterbuch nach der Bedeutung des Dandy findet man dort die Bescheibung „..Junge Leute, die in auffälliger Bekleidung Kirche oder Jahrmarkt besuchen“. Vielleicht sind diese beiden Lebensformen also doch gar nicht so weit von einander entfernt wie angenommen..

Vollkommen missverständlich scheint es im übrigen, dass der Duden das Wort “Dandytum” unter der Kategorie Bedeutung als übertriebenes, eitles Modebewusstsein beschreibt. Und vollkommen absurd ist es, dass dort als Synonym “Eitelkeit” vorgeschlagen wird. Das geht nämlich komplett am Selbstverständnis des Dandy vorbei! Dieser besticht durch einen intellektuellen Lebenswandel, der vom Müßiggang geprägt ist. Fernab der Realität niederer Erwerbsarbeit widmete sich der Dandy der Kultivierung seines Auftretens und seines Kleidungsstils – welcher wenn auch auffällig zu jeder Zeit hochwertig und elegant erscheint. Er ist – um es mit den Worter der folgenden Buchempfehlung zu sagen “… ein herausgeputzter, nachdenklicher Geck”.

Nun aber zu meinen Empfehlungen.

Da wäre zum einen “Die Kunst mit einem Hummer spazieren zu gehen: Handbuch für den wahrhaftigen Dandy” von Breaulove Swells Whimsy. Denn wenn einer dieser Rätsel lösen kann, dann diese Gentleman. Und weil das liebste Sujet des Dandy ganz eindeutig die eigene Existenz ist, beginnt dieses Buch auf mit dem “Vowort eines Mannes mit einer ausgeprägten Neigung zu sich selbst”.

Meine zweite Empfehlung “I am Dandy: The Return of the Elegant Gentleman” ist bisher leider nur in der englischen Originalfassung erschienen – was es jedoch nicht minder lesenswert macht. Das Buch ist eine wundervolle Fotostrecke, welche die formvollendesten Dandys der Gegenwart portraitiert. Wermutstropfen: Die Bilder wirken oftmals sehr artifiziell, was ihre Charaktere in einer Art Maskerade erscheinen lässt. Der Dandy wird hier von der Lebens- zur Kunstform erhoben, was ihm weder steht noch gerecht wird.

Quelle: amazon.de

 

 

 

 

 

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