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Buchtipps: Meine Corona Leseliste

Diese sieben Bücher haben mich bisher durch die Coronazeit gerettet.
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Ich lese aktuell wieder richtig viel. Ich habe mich im März immer häufiger dabei ertappt, wie ich ganze Abende mit Panic-Scrolling durch meine Twitter Timeline verbracht habe und mein Blick dadurch immer enger wurde. Ich bestellte deshalb bei meiner lokalen Buchhandlung Lehmkuhl (keine Werbung – es gibt auch noch weitere tolle Buchläden in München, z.B. Literatur Moths am Isartor oder die Autorenbuchhandlung in der Wilhelmstraße in Schwabing) ein paar Bücher, die schon lange auf meiner Liste standen und nahm mir fest vor auch die abzuschließen, die schon etwas länger auf meinem Schreibtisch lagen.

“Die Bücher von der Riviera”

So nenne ich diese beiden, die ich direkt im März gelesen habe. Wenn die Nachrichten aus der Welt immer schrecklicher werden, hilft es mir manchmal kurz aus ihr auszusteigen. Und dabei helfen diese beiden Bücher sehr.

Zur “Call me by your name“-Party bin ich recht spät, ich weiß. Dennoch muss ich es hier auflisten, denn dieses Buch ist so so gut!!! Es erzählt von einer großen Liebe und einem Sommer an der italienischen Riviera. André Aciman beweist mit diesem Coming of Age Roman ganz große Erzählkunst. Ich wünschte, ich hätte dieses Buch in meinen 20ern gelesen. Ich glaube, ich hätte mich sehr verstanden gefühlt.

Von langen Sommertagen und dem absoluten Müßiggang erzählen Klaus und Erika Mann in ihrem 1931 geschriebenen Reiseführer über die französische und italienische Riviera: “Das Buch von der Riviera“. Während Europa immer mehr auf die größte Katastrophe der Neuzeit zusteuert, verbringen die beiden Geschwister einen fröhlichen Sommer im Süden und berichten dem Leser in einer für ihre Zeit erstaunlich leichtfüßigen Art von den Dos und Don’ts an der Küste.

Freiheit

Wo Bücher keine Ablenkung bringen, schaffen sie einen differenzierten Blick, um die Welt im besten Fall etwas besser zu verstehen. Im Zuge der Pandemie wird häufig über den Begriff “Freiheit” gesprochen. Was persönliche Freiheit ist und darf und wo sie endet. Auf der Suche nach Antworten hab ich den Essay “Die Freiheit, frei zu sein” von Hannah Arendt nochmals zur Hand genommen. Er behandelt das Thema Freiheit zwar mehr auf einer politischen Ebene ist aber dennoch sehr lesenswert. Antworten gefunden habe ich dafür bei Simone de Beauvoir bzw. in der sehr kurzweiligen Einführung in die Welt der Philosophin “Oh, Simone!” von Julia Korbik. Super für alle, die sich wie ich nie wirklich an Simone de Beauvoir rangetraut haben und eine schnelle Einführung suchen. Es gibt eine erste Einordnung, räumt mit vielen Klischees auf und inspiriert zur weiteren Beschäftigung mit ihrem Werk.

Den Essayband “Freiheiten” von Zadie Smith habe ich schon im letzen Jahr gekauft. Ich lese ihn in der deutschen Übersetzung und werde leider nicht warm damit. Ich bin ein großer Fan von Zadie Smith und werde das Buch nochmals in der Originalfassung lesen. Einige Aussagen lesen sich in der deutschen Sprachfassung so undifferenziert, abgehoben und dumpf wie ich es von Zadie Smith überhaupt nicht kenne.

Sally Rooney Love

Das beste was die letzten Monate mir gebracht haben ist ohne Zweifel Sally Rooney. Ich weiß, auch mit dieser Erkenntnis bin ich eher spät dran. Noch kurz vor den Ausgangsbeschränkungen war ich bei Lehmkuhl stöbern und hatte ihr Buch “Conversations with friends” in der Hand. Die Frau die neben stand, drehte sich zu mir und sagte “Kauf es – unbedingt! Du wirst es lieben!” Vielen Dank also an die Unbekannte aus dem Buchladen. Sally Rooney schafft es mit so leichter Sprache Situationen und Gefühle entstehen zu lassen die alltäglich und dennoch nur schwer in Worte zu fassen sind. Ihre Charaktere sind komplex und folgen keinen vordefinierten Linien. Sie entwickeln sich über die Handlung hinweg und damit verändert sich auch die Haltung des Lesers gegenüber den Hauptfiguren kontinuierlich. Das gilt für ihr Schreiben grundsätzlich – stärker noch bei “Normal People” ihrem zweiten Roman, das mich gedanklich immer wieder in die Vergangenheit katapultiert hat. Einmal begonnen, konnte ich beide Romane nicht mehr aus der Hand legen.

Normal People – Serie

Ein paar Wochen nachdem ich Call me by your name gelesen hatte, traute ich mich an die Verfilmung ran. Der Film ist wirklich gut gemacht. Die Szenerie ist perfekt gewählt. Elio ist perfekt gecastet – dennoch hat mich der Film etwas enttäuscht. Entsprechend skeptisch war ich als ich hörte, dass Normal People nun in einer Serie umgesetzt wurde. Gestern habe ich mir den Trailer angesehen und jetzt kann ich es nicht mehr abwarten, bis die Serie ab Mitte Juli auch in Deutschland über einen Streamingdienst verfügbar ist.

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