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Weltreise einmal anders: Damien Hirst Fans pilgern um die Welt und der versaut den Kunstmarkt?

Die Gagosian Gallery hat eine neue Freizeitbeschäftigung für gelangweilte Kunstliebhaber ins Leben gerufen und Damien Hirst hat sie dazu gezwungen. Mit der Aktion „The complete spot challenge“ können diese jetzt auf Schnitzeljagd gehen. Das Objekt der Begierde? Ein handsigniertes Spot-Painting von Damian Hirst. Challgenge accepted?

Spot Painting von Damien Hirst aus der aktuellen Ausstellung

Die Facts:

  • Wie funktioniert die Teilnahme?
    Teilnehmer müssen sich offiziell registrieren und an einer der weltweit verstreuten Gagosian Galleries unter Vorlage eines gültigen Lichtbildausweises ihre Teilnahmekarte in Empfang nehmen. Mit dieser reisen sie dann um die Welt und lassen sich die einzelnen Gagosian Hotspots bestätigen.
  • Wieviele Städt muss ich anfliegen?
    Die meisten Standorte befinden sich tatsächlich innerhalb Europas und mit Paris, Athen, Rom, London und Genf findet sich darunter keine Stadt, die nicht sowieso einen Besuch wert wäre. Bleibt noch ein kurzer Abstecher nach New York, Beverly Hills und… Hong Kong. Der Haken: Die Ausstellung in Beverly Hills ist schon wieder geschlossen.

Die Kritik ist mal wieder groß: „Hirst punktet den Kunstmarkt irgendwann noch zu Tode“ – so eine der Aussagen. Und die ausgestellten Bilder seien darüber hinaus von „fantastischer Langeweile“ und Banalität. Und vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich ist auch Kritik angebracht an der radikalen Kommerzialisierung der Kunst durch Damien Hirst… aber diese Diskussion möchte ich an der Stelle nicht führen. Denn: Bei aller Skepsis muss man auch den Hut ziehen vor einem gelungenen Marketing-Coup! Hirst schafft es wie kein anderes Mitglied der Kunst-Community mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen (ok, Jeff Koons stellt einen ernstzunehmenden Konkurrenten dar) und die gehört in Zeiten des Web 2.0 eben auch mit zum Business.

Dass sich der Charakter des Kunstmarktes dadurch unweigerlich verändert ist klar. Aber das ist nicht die einzige Einflussgröße für die Veränderung! … das viele neue Geld, das täglich auf den Markt geschwemmt wird und diesen überhitzt, die immer krasser werdende Konkurrenz einzelner Sammler und die damit verbundene Absurdität der gezahlten Preise tun ihr übriges. Die Künstler sind auch nur ein Teil des Zirkus‘  – und das auffälligste Pferdchen mit den besten Kunststücken bekommt eben auch den meisten Applaus.

 

Hirst Ausstellungsraum mit Gemälden

Quelle: http://www.gagosian.com/exhibitions/d–january-12-2012/exhibition-images

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