Ein persönlicher Travelguide mit Island Reisetipps

Wir haben Island bereits vor einiger Zeit besucht. Seitdem liegen tausende Fotos auf meiner Festplatte und warten darauf, bearbeitet und veröffentlicht zu werden. Island Urlaub ist seit ein paar Jahren ziemlich in. Viele Freunde und Kollegen war seitdem dort – egal, ob für einen Stopover auf dem Weg in die USA oder eine komplette Rundreise. Wer gerne draußen ist und fotografiert, wird auf Island mit Sicherheit glücklich und auch wir sind den schönen Bildern und der Melancholie dieses Landes erlegen und mussten sofort einen Flug buchen. Kälte sollte euch übrigens weniger stören, denn ein Island Urlaub bringt neben tollen Landschaften und extrem freundlichen Menschen eben auch kalte Temperaturen mit sich.
Wir verließen ein 31 Grad warmes München, um vier Stunden später auf dem Flughafen Reykjavík bei 8° zu landen. Nicht gerade das, was sich viele unter einem perfekten Sommerurlaub vorstellen. Sehr viel wärmer als 14° wird es hier auch im Sommer nicht. Dazu kommt ein sehr rauer Wind, der quasi immer über die Insel fegt. Dennoch ist Island immer eine Reise wert. Diese Insel bietet so viel und deshalb kommen hier nun unsere Island Reisetipps.

Biorhythmus adé

Auch wenn zwei Stunden Zeitverschiebung in Island noch kein Problem sind: Kein Urlaub hat unseren Biorhythmus bisher so gekillt, wie unser 10-tägiger Island Urlaub. Der Grund? Wir waren im Juni dort und da ist es einfach nie dunkel! Und wenn es nie dunkel wird, wird man auch irgendwie nie wirklich müde. Der Tag hatte gefühlt 22 Stunden, um Dinge zu erleben. Das macht den Urlaub besonders und sehr intensiv.

Rundreise – ja oder nein?

Die Komplettumrundung der Insel ist ein Klassiker für Island Urlauber – dauert aber auch eine gewisse Zeit. Ich würde mindestens zehn Tage dafür einplanen. Da wir auch ein paar Tage in Reykjavík verbringen und mit der Stadt warm werden wollen, entschließen wir uns dazu, mehrere kurze Tripps zu starten und Reykjavík in der Zwischenzeit zu unserer Homebase zu machen. Hier lassen wir auch den Großteil unseres Gepäcks, wenn wir ins Hochland aufbrechen. Sowohl für Ausflüge als auch eine komplette Rundtour empfiehlt es sich einen Mietwagen zu buchen. Normalerweise sind alle Straßen gut mit einem normalen PKW befahrbar. Solltet ihr jedoch gerne ab und zu von der Hauptstrecke abweichen wollen, rate ich unbedingt zu einem Wagen mit Allrad-Antrieb. Damit kann man dann auch die vielen Schotterpisten (mit „F“ gekennzeichnete Straßen), die überall querfeldein führen und oft nur marginal an eine Straße erinnern, befahren. Ein solcher Mietwagen ist auf Island nur gar nicht so günstig und sollte früh gebucht werden.
Urlauber auf Island vor einer Straße
Eine Hütte im Nirgendwo

Unterkunft Island 

Das Airbnb Netz in Island ist wirklich super und man bekommt hier richtig tolle Unterkünfte unterhalb der Preisspanne eines Hotels. Der Standard schwankt jedoch recht deutlich. Von absoluten Luxusunterkünften bis zu sehr spartanischen Hütten ist wirklich alles dabei. Daneben gibt es viele Camping-Möglichkeiten und natürlich auch sehr schöne Hotels. Einige Tipps habe ich euch in der interaktiven Karte unten verlinkt. Zudem kommen hier zwei Airbnb-Empfehlungen auf Island:

Reykjavík

Die Hauptstadt Islands ist wirklich wundervoll. Ich habe mir Reykjavík erheblich größer vorgestellt. Doch nur wenige Minuten nachdem wir vom Busbahnhof in Richtung Airbnb aufgebrochen sind, standen wir schon vor der Hallgrímskirkja und wenige Minuten später am offenen Meer. Wir sind mit der Haupstadt auf Anhieb warm geworden. Sie bietet so viele Möglichkeiten: von vielen schönen Cafés und Restaurants über viele Freizeit- und Sportmöglichkeiten bis hin zu kulturellen Angeboten. Wer Wellness in oder um Reykjavík sucht, sollte das Laugar Spa (direkt in der Stadt) oder die Blue Lagoon (etwas außerhalb in der Nähe des Flughafens) besuchen. Beide Spots habe ich euch auf der Karte unten nochmals gekennzeichnet. Ich habe lange überlegt, ob es ein bestimmtes Restaurant gab, das ich euch besonders ans Herz legen kann. Doch um ehrlich zu sein ragt keines davon so sehr aus meiner Erinnerung raus, dass ich es euch empfehlen möchte. Ganz im Gegenteil zu den Cafés in Reykjavík und allgemein auf Island.

Isländische Kaffee-Kultur

Ja, die Isländer und ihr Kaffee – das ist wirklich besonders und nicht nur Reiseführer-Klischee. Und definitiv nichts für schwache Nerven im Übrigen! Kaffee auf Island ist warm, dampfend, schwarz und stark. Wo es uns besonders gefallen hat? Reykjavík Roasters. Ein junges Team, guter Kaffee, schöne Atmosphäre. Ich habe es in meinem Artikel über das Café Blá hier in München schon erzählt: Reykjavík Roasters waren unser Zufluchtsort, wenn die Kälte mal wieder bis unter die letzte Hautschicht wanderte und wir dringend Wärme von Innen und Außen brauchten. Das Café von Reykjavík Roasters war immer gut besucht und angenehm überheizt, die Scheiben beschlagen und mit jedem neuen Besucher kam gerade so viel Frischluft in den Laden, wie wir alle zum Überleben brauchten :) Das Café ist in der Karte unten enthalten, genauso wie mein zweiter Favorit: das Fjöruhúsið café in der Nähe von Hellnar (was man nicht mal annähernd so ausspricht, wie ihr euch das gerade vorstellt ;) ).  Unbedingt hinschauen!

Theke Reykjavík Roasters
Reykjavík Roasters war unser Zufluchtsort vor kaltem Wind und Regen. Hier kann man entspannt Isländische Kaffeekultur und leckere Croissants genießen.
Fjöruhúsið café aus Island

Island interessante Orte 

Es gibt bestimmt hunderte interessanter Orte auf Island. Viele davon konnten wir aufgrund der knappen Zeit nicht besuchen. Was auffällt: Jedes Touristen-Highlight ist auch wirklich ein Highlight. Mir geht es manchmal im Urlaub so, dass ich mir die klassischen Touristen-Hotspots ansehe und danach enttäuscht bin. Auf Island war das zu keiner Zeit so. Der Grund liegt vermutlich einfach darin, dass man hier bei uns nicht so häufig an einem Geysir oder einem beeindruckenden Wasserfall vorbeifährt. Wir konnten uns kaum satt sehen an der schroffen, kargen, häufig regelrecht menschenunfreundlichen Natur der Insel. Deshalb unsere Highlights:

Künstenabschnitt Snæfellsnes Halbinsel

Snæfellsnes Halbinsel

Hier waren wir mehrere Male während unseres Aufenthalts. Die atmenberaubende Natur dieser Halbinsel, nur wenige Autostunden von Reykjavík entfernt, hat uns total in ihren Bann gezogen. Hier erlebten wir die perfekte Entschleunigung. Als wir ein paar Tage in einer kleinen Cabin festsaßen und darauf warteten, dass das Unwetter uns mitsamt der Hütte ins Meer spült. Die Halbinsel bescherte uns nicht nur die freundlichsten Begegnungen der Reise, sondern auch die Fähigkeit einen Autoreifen zu wechseln (was wir ohne oben genannte Begegnungen nicht hinbekommen hätten). Nur eine Sache haben wir hier nicht gefunden: eine heiße Quelle. Wir müssen hier mal mit diesem Gerücht aufräumen, dass es auf Island quasi alle zwei Meter eine heiße Quelle gibt. Keine einzige haben wir in freier Wildbahn gefunden – keine einzige!!

Þórsmörk

Die Gegend um Þórsmörk ist magisch. Ihr erreicht sie nur mit einem geländegängigen Wagen. In dieser Wandergegend am Fuße des berühmten Vulkans Eyjafjallajökull erlebt ihr viele Naturextreme und absolute Abgeschiedenheit. Einen Tipp für eine Unterkunft findet ihr unten in der Karte.

Blue Lagoon

Es ist schlimm. Die Blaue Lagune ist mit Sicherheit der absolut überlaufenste Ort der Insel. Sie bietet sich selbst dem faulsten Touristen auf dem Rückweg vom Flughafen als Stop an. Es ist also wirklich schlimm, dass dieser Ort dennoch  Eindruck bei mir hinterlassen hat. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich keine heiße Quelle gefunden habe und mir dieser dampfende blaue Pot deshalb so in Erinnerung geblieben ist. Pro Tipp: Die biertrinkenden Amerikanern ignorieren und in den Umkleidekabinen und Duschen einfach die Augen schließen. Ein Foto hab ich nicht – aber ich bin mir sicher, Instagram ist voll davon ;)

Island Urlaub Kosten 

Kommen wir zum Haken an der Sache: Ein Island Urlaub ist nicht wirklich günstig – zumindest nicht wenn man sonst eher Pauschalreisen im europäischen Ausland macht. Wer früht plant, kann sich dennoch ein paar Euros sparen. Allgemein sind die Preise für Flüge, Mietwägen, Hotels aber auch Essen gehen/kaufen etc. hoch. Gerade letzters ist auch klar, denn wirklich viel gedeiht auf der Insel nicht. Setzt man jedoch die Kosten in Relation zur Abwechslung, die man hier bekommt, finden wir das ein gutes Verhältnis. Island ist einzigartig, schroff und liebenswert und definitiv eine Reise wert.