Eigentlich gibt es ja in Südtirol eine Sonnenscheingarantie. Dies gilt allerdings nicht wirklich für die nördlichen Täler. So hatten wir bereits letztes Jahr im Tauferer Ahrntal nicht gerade das beste Wetter erwischt. Wenn man aber loszieht, um mit dem Rennrad im Hochpustertal ein paar Höhenmeter einzusammeln, dann darf einen eine Kaltfront aus Grönland doch nicht abschrecken. Oder?

Mit dem Rennrad zum Pragser Wildsee

Nachdem wir an den ersten Tagen unseres Rennradurlaubs bereits einige Höhenmeter und vor allem Kilometer gemacht hatten (wir sind dabei unter anderem nördlich von Brixen gestartet und nach Meran und zurück gefahren), haben wir uns eine ruhigere Runde ausgesucht, die dafür mehr landschaftlichen Charme entwickeln sollte. Unsere Wahl fiel auf eine Rennradtour, die in Südtirol noch eher unbekannt ist, obwohl man selbiges vom Zielort nicht behaupten kann. Der Pragser Wildsee ( lago di braies) gilt als einer der schönsten Seen in den Dolomiten, was den zahlreichen Touristen nicht verborgen ist und sie in Massen hinaufströmen lässt, um eine Wanderung rund um den See zu machen und das historisch bedeutende Hotel Pragser Wildsee zu besichtigen. Da wir uns bei nur wenigen Grad über dem Strich dazu entschieden, die Tour zu fahren, waren aber massenhaft Touristen weniger das Problem als entsprechend dicke Kleidung.

Rennradtour Pragser Wildsee

Los gings für uns ab Niederolang, einem kleinen Ort im Südosten von Bruneck. Auf den ersten Metern kann man sich lässig einrollen und kommt so auch recht flott zu einem landschaftliches Highlight- dem Stausee im Tal. Waldweg im Hochpustertal

An diesem fährt man auf einem schotterigen Weg vorbei und lässt somit die Autos an der Staatsstraße komplett hinter sich. Hier sollte man, wenn man mit dem Rennrad unterwegs ist, definitiv einen Ersatzschlauch dabei haben, da das sonst eine etwas nervige Angelegenheit werden kann. Der Empfehlung aus manchem Rennradführer für Südtirol zu folgen, und den ganzen Weg auf der Hauptstraße zu fahren, würde ich nur dann nachgeben, wenn man eine größere Runde dreht und wenig Zeit hat (Für den Pragser Wildsee aber keine Zeit zu haben, wäre ein großer Fehler).Stausee Hochpustertal

Welsenberg Dorf im Pustertal

In Welsberg, dem ersten Mini-Etappenziel auf der Fahrt zum Pragser Wildsee, gibt es jedoch auch die Chance, sich einen neuen Schlauch zu besorgen. Sobald man Prags erreicht hat, wird der Weg dann doch etwas steiler, aber immer sehr gut fahrbar. Ab hier hats auf unserem Weg geschneit, was zwar aufs Gemüt schlug, andererseits aber dafür sorgte, dass wir einem Einheimischen kaum glauben konnten, dass hier im Sommer die Hölle los ist. Je nach Tempo kommt man trotzdem ordentlich ins Schwitzen, was nicht heißt, dass man hier nicht auch recht gemächlich durchs Pragser Tal kommt. Nachdem man an ein paar Parkplatzanlagen (die einem verdeutlichen, wieviele Menschen hier eigentlich unterwegs sind) vorbeigekommen ist, eröffnet sich einem dieser schier unglaubliche Blick auf den Pragser Wildsee.

Panoramablick auf den Pragser Wildsee

Man bekommt den Mund fast nicht mehr zu, so schön ist dieser Ort. Als wir dort waren, wurde das Hotel am Pragser Wildsee gerade renoviert und konnte deswegen nur eingeschränkt angeguckt werden- kann mir gut vorstellen, dass dieser historisch bedeutsame Ort einen tieferen Einblick verdient gehabt hätte.

Ich hoffe, dass ich mit ein paar (Handy)Fotos beweisen kann, wie schön es wirklich ist, meine aber, dass das nicht wirklich rüberkommt. Solltet ihr also Urlaub in den Dolomiten machen (oder noch besser: im Hochpustertal), dann solltet ihr Euch diese Aussicht nicht entgehen lassen.