Buchempfehlungen, mein Leseverhalten und die Sache mit den Listen

Ich lese viel und gerne. Schon immer. Seit ich denken kann. Deshalb werde ich häufig nach Buchtipps gefragt. Was gar nicht so einfach ist. Ich habe mal einer Freundin zwei Bücher empfohlen (ich weiß nur noch, dass Momentum von Roger Willemsen darunter war) – danach hat sie mich nie mehr nach einer Buchempfehlung gefragt :) Lesegeschmack und Interessen sind einfach so unterschiedlich! Auch mein persönlicher Geschmack hat sich über die Jahre verändert. Ich lese kaum Romane, selten Erzählungen dafür sehr häufig Sachbücher. Ich hab es an anderer Stelle schon mal erwähnt: ich bin eine leidenschaftliche Biografien-Leserin. Was zeichnet meine Leseverhalten sonst noch aus? Wenn ich von einer Sache gefangen bin, dann möchte ich einfach alles darüber erfahren und lesen. So begann auch diese Sache mit Ingeborg Bachmann bei mir. Oder die mit Hannah Arendt, Virginia Woolf, Patti Smith oder Joseph Roth. Mal ganz abgesehen von den Autor/innen, die ich noch nicht gelesen habe, von denen ich aber weiß, dass das mit uns eine ganz große Liebe werden wird, wie z.B. mit Joan Didion und mir.

Ich weiß, das sind recht viele weibliche Autorinnen. Ich mag aber durchaus auch männliche Schriftsteller. Stefan Zweig, Thomas Mann und (siehe oben) Roger Willemsen zum Beispiel. Noch während ich die Namen tippe, drängen andere in mein Gedächtnis und versuchen die bereits geschriebenen von dieser Liste zu verdrängen. Längst habe ich den Überblick über das was ich schon gelesen habe, aber vor allem, das was ich noch lesen möchte, verloren.

Den Überblick behalten: Leselisten Online

Diesem Problem versuche ich über verschiedene Online-Listen Herr zu werden. Zum einen habe ich in meiner Any.do Liste ein paar Bücher gespeichert, die ich unbedingt lesen möchte. Die tippe ich meist dann ein, wenn ich sowieso am Laptop sitze und mir ein spannendes Buch über den Weg läuft. Darüber hinaus habe ich ein Profil bei Good Reads. Ja und dann gibt es noch diese schnellen Notizen, die vollkommen ohne System irgendwo in meinem Notizbuch oder meinem Handy oder in meinen Instagram Booksmarks landen. Wie gesagt: ich habe den Überblick verloren :)

Aktuell stehen die folgenden Bücher auf meiner „Read“-Liste:

  1. Joy Inc. (Richard Sheridan): Wie eine us-amerikanische IT-Bude einen Arbeitsplatz schuf, den alle lieben. Sehr lesenswert – auch für Menschen, die nicht im IT-Umfeld arbeiten. Die Probleme sind doch irgendwie immer die gleich, oder?
  2. Augenblicke des Daseins. (Virginia Woolf): Autobiographische Skizzen aus dem Leben von Virgina Woolf und über die Entstehung des Bloomsbury-Kreises.
  3. Flâneuse (Lauren Elkin): Untersucht das Phänomen der Flâneuse im urbanen Raum anhand einzelner Erzählungen, in denen persönliche Erlebnisse der Autorin in der jew. Stadt mit kulturgeschichtlichen Erzählsträngen zu bekannten weiblichen Persönlichkeiten verschmelzen.
  4. Option B (Sheryl Sandberg, Adam Grant): Resilienzforschung interessiert mich als Thema schon eine ganze Weile und seit ich selbst ein Kind habe noch viel mehr. In diesem Buch berichtet Sheryl Sandberg wie sie den Verlust ihres Partners verarbeitet hat und zeigt neben aktuellen Fakten aus der Resilienzforschung Wege auf, mit persönlichen Schicksalen umzugehen. Ist in der deutschen Ausgabe ein wenig teurer aber auch auf Englisch gut zu lesen.

Was steht auf meiner „To-read“-Liste?

Liste mit Buchempfehlungen

  1. We crossed a bridge and it trembled (Wendy Pearlman)
  2. When breath becomes air (Paul Kalanithi) – „Bevor ich jetzt gehe“ (dt. Titel)
  3. The rules do not apply (Ariel Levy) – „Gegen alle Regeln“ (dt. Titel)
  4. Blaue Stunden (Joan Didion)
  5. The year of magical thinking (Joan Didion)
  6. Hillbilly Elegy (J.D. Vance)
  7. Clothes, Clothes, Clothes. Music, Music, Music. Boys, Boys, Boys. (Viv Albertine)
  8. Getting past no (William Ury)
  9. Reborn (Susan Sontag)
  10. (Martha Gellhorn)
  11. Die Toten (Christian Kracht)
  12. South and West (Joan Didion)

Buchempfehlungen: Woher bekomme ich neue Buchideen?

Kommen wir gleich zum Grundproblem: Es wird immer mehr gute Bücher geben als ich in meinem gesamten Leben lesen kann. Allein das macht die Auswahl so wahnsinnig schwer. Wie also finde ich die richtigen neuen Bücher? Immer mal wieder finde ich spannende Buchtipps im Feuilleton oder in anderen Zeitungen und Zeitschriften. Leider lesen sich viele Beilagen zum Thema Literatur wie die Pressemappen der Verlage. Was mir hier fehlt, sind wirkliche Empfehlungen von Menschen, die die Bücher auch gelesen haben. Deshalb stöbere ich oft im Internet auf Literaturblogs und seit neuestem bei Girls at Library. Das ist eine Online-Plattform mit Buchempfehlungen ganz verschiedener, beeindruckender Frauen, die alle eine Leidenschaft für Literatur teilen. Quasi das AboutYou der Literaturszene, nur dass man dort keine Bücher kaufen kann. Zuletzt erhalte ich natürlich auch immer wieder Lesetipps in gut sortierten Buchläden.

Buchhandel vs. Online: Wo ich Bücher kaufe

Ja, ich kaufe tatsächlich sehr viele Bücher im Buchladen. Während ein großer Teil meines Shopping-Verhaltens digitalisiert wurde, gilt das nicht für Bücher: Das hängt vermutlich damit zusammen, dass viele Bücher spontane Lustkäufe sind und ich mich gerne in Buchläden aufhalte. Es gibt wirklich wunderbare Buchläden hier in München. Läden in denen die Bücher mit feiner Hand ausgesucht und ausgelegt werden und in denen sehr belesene Menschen arbeiten. Den Rest (das sind dann meist Bücher für die Arbeit oder Kindle-Ausgaben) kaufe ich bei Amazon. Speaking of: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links auf selbiges.