Bis es zu einem ersten Test des Garmin Edge 1030 Performance Bundle kommt, wird vermutlich noch ein wenig Zeit vergehen. Realistisch ist eine Vorstellung des neuen Sport-Navigationsgerätes als Nachfolger des Garmin Edge 1000 Ende August/Anfang September 2017. Sinn würde ein Release zur Eurobike machen, allerdings hat sich Garmin in den letzten Jahren eher weniger an solche Events gehalten – es heißt also abwarten. Bis die ersten Geräte des Edge 1030 Bundles auf den Markt kommen, dürfte es  sowieso Ende Oktober werden. Dennoch sind wir gespannt: Was kann man vom Garmin Edge 1030 erwarten? Ich mache mal einen Versuch, die wichtigsten Fragen zum Preis, Lieferumfang und Features des Geräts zu beantworten (Stand Juli 2017). Da es bislang nur wenige Informationen zum Garmin Edge 1030 Bundle gibt, werde ich den Artikel regelmäßig aktualisieren.

Welche Versionen wird es vom Garmin Edge 1030 geben?

Ich gehe aktuell von zwei Varianten mit unterschiedlichem Lieferumfang aus:

  • Garmin Edge 1030 Standard: dieses Produkt wird nur den GPS-Radcomputer mit vorinstallierten Europa-Karten enthalten
  • Garmin Edge 1030 Bundle (Performance Version): dieses Bundle dürfte neben vorinstallierten Europa-Karten insbesondere das bekannte Zubehör wie Herzfrequenzmesser (Pulsgurt), Trittfrequenzsensor und Geschwindigkeitssensor enthalten.

Ich hoffe, dass Garmin gegen den Trend diesmal auch ein gedrucktes Handbuch/Manual mitliefert und nicht „nur“ die Kurzanleitung.

Wieviel wird das Garmin Edge 1030 kosten?

Keine guten Nachrichten zum Preis des Edge 1030: das Edge 1030 wird das High-End Produkt aus dem Hause Garmin, zu dem es auch künftig vermutlich nur wenige Alternativen geben wird. Zudem wird es vollgeladen sein mit neuester Technik; beides zusammen dürfte das Edge 1030 zu einem recht hochpreisigen Produkt machen. Auch hat der US-Hersteller neue Produkte in der jüngeren Vergangenheit zu sehr hohem Preis lanciert, zuletzt die neue Garmin Fenix 5. Es ist gut denkbar, dass das Edge 1030 Bundle über 600 Euro liegen könnte. Auch die Standardversion vom Edge 1030 wird vermutlich mehr als 500 Euro kosten. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Sport-Navigationsgeräte von Garmin sehr preisstabil sind (der Vorgänger, das Edge 1000, kostet als Bundle immer noch mehr als 430 Euro, obwohl die Markteinführung bereits 2014 war) und sie nur sehr zögerlich in den Sale bei den großen Anbietern wie Amazon oder Wiggle kommen.

Welche Features sind vom Garmin Edge 1030 zu erwarten?

Alle Features wird man erst dann sehen, wenn das Gerät auf dem Markt ist und ich es hier getestet haben werde. Gehen wir davon aus, dass sich Garmin an der Kritik am Vorgänger Edge 1000 orientiert, dann sollte es insbesondere zu folgenden Verbesserungen (Unterschied zu Garmin Edge 1000) kommen:

Hardware des Edge 1030

Das neue Flaggschiff der Edge Serie wird die neueste Technik an Bord haben. Im Einzelnen:

  • Optimierter Touchscreen und hochauflösendes Display: Der Touchscreen des Edge 1000 war bereits recht gut (auch wenn es vereinzelt Probleme gab) und ist meiner Meinung nach immer noch besser als die der günstigeren, jüngeren Alternative Edge 820. Mittlerweile sind jedoch mehrere Jahre ins Land gezogen, so dass ich zwar ein ähnlich großes Display wie beim Vorgänger erwarte (maximal 3,5 Zoll. Zum Vergleich: das Edge 1000 hat 3,00 Zoll), dafür aber ein deutlich besser auflösendes Display. Eine verdoppelte Pixelanzahl wäre gut, einzig der erhöhte Akkuverbrauch spräche dagegen.
  • Teilweise war das Edge in der Bedienung etwas hakelig und reagierte nur mit Verzögerung , was erst mit neueren Softwareversionen besser wurde. Sicherlich wird das Edge 1030 eine deutlich verbesserte CPU und bedeutend mehr RAM besitzen, um auch komplexere Anwendungen flüssig laufen zu lassen.
  • Keine Fernsteuerung: ich gehe davon aus, dass die Remote Control als optionales Zubehör wegfallen wird.
  • Deutlich verbesserte Batterielaufzeit: für mich einer der größten Kritikpunkte am Edge 1000 war die viel zu geringe Akkulaufzeit. Bei langen Touren, insbesondere mit Navigation, war der Akku entweder ganz leer oder er wurde zwischenzeitlich aufgeladen. Hier erwarte ich mir ebenfalls einen sehr großen Sprung trotz deutlich ressourcenfressenderer Hardware. Ich gehe von mindestens 14h realer Akkulaufzeit aus.
  • Mount/Lenkradhalterung: ich denke, dass Garmin hier am Vorgängermodell festhalten wird, da dieses schon überzeugen konnte.

 

Software des Edge 1030

Bei der Software des Edge 1030 geht es einerseits um die native Software auf dem Gerät, andererseits um die Software im Ökosystem (interne und externe Apps wie Strava und co).

  • Probleme mit Updates: Das Edge 1000 hatte nahezu nach jedem größeren Update, das Garmin eingespielt hat, Probleme. Viele Kunden haben sich anschließend über fehlerhafte Funktionen beschwert; mein Gerät hat permanent einen „Reset“ durchgeführt, bis Garmin das Gerät im Zuge der Garantieabwicklung ausgetauscht hat. Ich hoffe und wünsche mir, dass Garmin mit dem Marktstart eine stabile Software für das Edge 1030 zur Verfügung stelllt.
  • Aktualisierte App: Garmin Connect hat mir schon beim Edge 1000 recht viel Freude gemacht, ist aber optisch etwas in die Jahre gekommen. Gehe davon aus, dass auch hier, zumindest in Teilbereichen der App, zu Optimierungen kommt, wenn das neue Flaggschiff der Edge Reihe auf den Markt kommt. Beispielsweise die Live-Tracking Funktion sieht sehr veraltet aus. Gegebenenfalls wird auch diese Funktion zugunsten der Strava-Funktion „Beacon“ komplett eingestellt und nur noch für Strava Premium Kunden zur Verfügung gestellt.
  • Optimierte Bedienung: Das Edge 1030 wird wieder einen Touchscreen haben, so dass die Bedienung auch darauf optimiert werden dürfte. Ich gehe davon aus, dass das User Interface so gestaltet wird, dass man alle bestehenden und neuen Funktionen so bedienen kann, dass eine Fernbedienung (siehe oben) nicht mehr notwendig ist.
  • App-Store: Es ist davon auszugehen, dass es mehr individuelle Apps für das Edge 1030 geben wird, welche im Laufe des Jahres 2018 auf den Markt kommen werden. Garmin hat die Software in den letzten Jahren zunehmend offener gestaltet. Ich hoffe, dass sich das für das Edge 1030 auszahlen wird.
  • Auslagerung von Funktionen an Apps: bislang war der Vorgänger des Edge 1030 ein vollwertiger Trainingscomputer. Dies wird auch beim Nachfolger so bleiben, allerdings gehe ich davon aus, dass immer mehr Funktionen in externe Apps ausgelagert werden.
  • Verbesserte Routenführung: Das Routing auf Garmingeräten war bislang eher unterdurchschnittlich und deutlich weniger komfortabel als beispielsweise der Routenplaner von Strava oder die Navigations- und Planungsfunktion von komoot. Ein Grund war sicherlich, dass Garmin als Hersteller von Navigationsgeräten für die Straße, zu lange an bewährten Prinzipien festhielt, die sich auf Rennradnavigation so nicht übertragen ließen. Sackgassen und undurchfahrbares Gebiet waren die Folge. Das Topmodell der Edge-Reihe wird aber erneut stark mit Routenplanung und -führung punkten müssen, da die Alternativen, beispielsweise von Wahoo, durch die Integration von komoot deutlich bessere Routingergebnisse erzielen. Hier gehe ich also von einem Quantensprung beim Edge 1030 aus.
  • Verbesserte Connectivity-Features: mittlerweile Standard, war die Verbindung des Radcomputers Edge 1000 mit dem Smartphone schon zur Markteinführung, noch besonders. Auch im Laufe der Zeit hat Garmin ordentlich an den Konnektivitätsfunktionen gearbeitet, so dass man mittlerweile recht problemfrei Nachrichten auf dem Display lesen konnte, ohne das Handy aus der Rückentasche zu holen. Denke, dass wir hier noch sehr viel mehr sehen werden, möglicherweise sogar die Möglichkeit zu telefonieren durch ein eingebautes Mikrofon im Edge 1030.