Die Gratwanderung vom Herzogstand zum Heimgarten ist ein Wanderklassiker und verbindet die Wanderung der beiden beliebten Münchner Hausberge. Mit Auf- und Abstieg seid ihr recht lange unterwegs. Die Seilbahn am Herzogstand verkürzt die Tour um einen Auf- oder Abstieg – je nachdem aus welcher Richtung ihr den Grat zwischen den beiden Bergen besteigt.

Mit der Seilbahn auf den Herzogstand

Wir wählten für die Tour, die ich euch hier vorstelle, den „Aufstieg“ per Seilbahn am Herzogstand und gingen von dort über den Grat zum Heimgarten und zu Fuß zurück zum Wanderparkplatz. Wer genügend Kondition mitbringt, kann auch den Aufstieg zu Fuß meistern oder die umgekehrte Tour vom Heimgarten zum Herzogstand gehen. Der Abstieg am Heimgarten zieht sich und wer, wie ich, nicht sonderlich gerne bergab läuft, sollte diese Option wählen. Außerdem fühlt sich die Tour dann weniger nach einem Cheat an und der Kaiserschmarrn auf der Hütte kann guten Gewissens als Belohnung gewertet werden. Natürlich erfordert die umgekehrte Tour mehr Kondition und auch Zeit. Für die einfache Gratwanderung ab dem Herzogstandhaus und den anschließenden Abstieg am Heimgarten solltet ihr ca. 3,5 Stunden einplanen. Nehmt ihr den Gipfel des Herzogstand mit, verlängert sich eure Tour um eine gute Stunde und wer den Aufstieg am Herzogstand ebenfalls mitnimmt, sollte eine Tagestour mit ca. 6 Stunden einplanen.
Herzogstand Hütte
Das Herzogstandhaus liegt auf 1575m Höhe und ist mit der Seilbahn auch für Wandermuffel zu erreichen.
Wanderschilder an der Herzogstand Hütte
Vom Herzogstand aus gibt es mehrere Wandermöglichkeiten. Die Gratwanderung zum Heimgarten ist nur eine davon.

Vom Herzogstandhaus hat man zwei Möglichkeiten für die weitere Wanderung: Entweder ihr entscheidet euch für den direkten Weg über den Grat hinüber zum Heimgarten oder ihr dreht die Extra-Schleife hoch zum Gipfel des Herzogstand. Wer die 45 Extraminuten Aufstieg auf sich nimmt, wird mit einer spektakulären Aussicht auf die umliegenden Seen und Gipfel belohnt.

Wanderung vom Herzogstand zum Heimgarten

Für die Gratwanderung zum Heimgarten steigt man erstmal wieder ein wenig bergab um auf den schmalen aber gut gesicherten Pfad zu gelangen. Dieser schlängelt sich mal bergauf, mal bergab hinüber auf den kleinen Nachbarn des Herzogstand. Auch wenn der Pfad recht schmal ist, gefährlich wird es auf der Strecke nicht. Eines sollte eh klar sein: Das ist eine Wanderung und kein Sonntagsausflug, den man mit Sandalen oder Ballerinas unternimmt.

Eine Gratwanderung ist immer ein Highlight. Doch dieser latschenbewachsene Pfad vom Herzogstand zum Heimgarten ist etwas ganz Besonderes und einer der schönsten seiner Art.

Wanderpfad Gratwanderung Herzogstand
Heimgarten Hütte

Einkehr in der Heimgarten Hütte

Die Gratwanderung dauert ca. 1 Stunde – belohnt wird man immer wieder mit tollen Ausblicken auf den Kochelsee und die umliegenden Gipfel. An schönen Tagen schlängeln sich die Wanderer wie Perlen auf einer Kette zwischen den beiden Gipfeln. Kurz bevor wir am Heimgarten ankommen wird es etwas steiler. Doch mit dem Gipfelkreuz im Blick erklimmen wir auch die letzten Meter. Noch schnell ein Gipfelfoto und den Blick auf den gemeisterten Weg zurückgeworfen und schon geht es ab zur Heimgarten Hütte. Hier zeigt sich ein ganz anderer Standard als auf dem Herzogstand. Keine Seilbahn, keine Straße – die Karte ist klein aber die Gerichte darauf nicht minder lecker. Mein Highlight an diesem Tag: Eine Touristin, die den Hüttenwirt nach einem Leitungswasser fragt. Der lacht und verweist sie auf die immer noch fehlende Wasserleitung auf den Heimgarten.

Bei diesem Ausblick wird dann auch klar, wieso diese Gegend auch das „Blaue Land“ genannt wird.

Gipfelkreuz am Heimgarten
Am Ende der Gratwandung wird man am Gipfelkreuz des Heimgarten mit einem tollen Ausblick belohnt.
Wanderweg am Heimgarten
Auch an heißen Sommertagen spenden die Bäume am Heimgarten viel Schatten.

Der Abstieg am Heimgarten

Gestärkt machen wir uns auf den Weg ins Tal. Der Wanderpfad ist gut zu gehen, dennoch solltet ihr gute Schuhe dabei haben. Zu Beginn schlängelt sich der Pfad in Serpentinen und hinab, vorbei an der Ohlstädter Alm zu einer breiten Senke auf der auch einige Kühe weiden. Von dort aus wählen wir die südliche Abzweigung, wo uns der Weg erstmal wieder ein kurzes Stück bergauf führt. Von hier aus geht es ohne Umwege zum Walchensee. Nun sind es nur noch wenige Meter bis zu unserem Startpunkt, dem Wanderplatz am Fuße des Herzogstand.

Anfahrt

Von München aus über die A95 und Kochel am See über die berühmte Kochelbergstraße (B11) zum Walchensee. Parkmöglichkeit (kostenpflichtig) an der Talstation der Herzogstandbahn. Die Tour ist als Roundtour angelegt und endet wenige Gehminuten vom Parkplatz.

Die Wanderung im Detail

Alle Details der Wanderung habe ich für euch auf Komoot geplant. Die Route enthält den kleinen Umweg zum Gipfel des Herzogstand. Wer das nicht möchte, spart sich eine gute Stunde.