Bar im Aposto München

Über ein neues Pizza-Konzept

Die Pizza – der Inbegriff von Fast-Food. Kein anderes Gericht wird mit einer solch breiten Abdeckung hergestellt und verkauft. An Bahnhöfen, in Bäckereien, in der Uni-Mensa, im Sportheim und dann natürlich in so ziemlich jedem „italienischen Restaurant“. Unter dieser mit zwei Zentimeter Billokäse bedeckten Beliebigkeit und dem damit verbundenen Qualitätsverlust hat ihr guter Ruf leider sehr gelitten. Entsprechend skeptisch waren wir, als die Einladung des Aposto bei uns reinflatterte. Schon wieder so ein Standard Italiener? Mit ziemlich hohen Ansprüchen traten wir den Test an.

Aposto – das Konzept

Aposto – vielleicht schon mal gehört? Dem ein oder anderen wird der Name ein Begriff sein – ich muss gestehen, wir kannten ihn nicht. Das Aposto ist der Italo-Ablegen der Enchilladas Gruppe, die mit vielen verschiedenen Restaurantkonzepten (dean & david, Pommesfreunde oder Burgerheart) im Franchise Modell mittlerweile ganz Deutschland kulinarisch abdeckt. Franchise – der nächste Begriff, der hohen Standardisierungsgrad und wenig Originalität und geschmackliche Raffinesse vermuten lässt. Ihr findet das Aposto nicht nur in München, sondern auch in vielen anderen deutschen Städten. Den Münchner Ableger gibt es seit gut einem Jahr zwischen Königsplatz und Hauptbahnhof in der Luisenstraße 27. Was ist also besonders am Konzept?

Das Aposto in München versucht den Ausbruch aus der Pizza-Monotonie und hat damit auch den Ausbruch aus der Franchise-Speisekarte gewagt. Einfach nur Pizza und Pasta zu verkaufen – das haute einfach nicht hin in einer Stadt in der das nächste Restaurant und damit die nächst beste Essensalternative gleich um die Ecke ist. Das hat Geschäftsführer Valentin relativ schnell festgestellt und begonnen am bestehenden Konzept zu feilen. So lange, bis es sich nach etwas Echtem, Eigenständigen anfühlte. Die Franchise-Geber konnte er überzeugen ein Pilotprojekt zu starten und heraus kam ein neues Pizza-Konzept. Im Kern geht es darum, nicht mehr nur die 1, die 7 und die 11 zu servieren, die meistens Margherita, Salami und Pizza Roma heißen und die ihr auf jeder Speisekarte findet. Neben der Tatsache dass es sich bei der 1, der 7 und der 11 im Apostos immer noch um eine Pizza handelt, ist sonst so gar nichts mehr erwartungskonform. Auf den Pizzen findet ihr eher ausgefallene Zutaten wie zum Beispiel Pastrami, frischer Meerrettich, Crème fraîche und Mozzarella oder Gorgonzola, Cranberries, geröstete Pinienkerne, Mozzarella und Tomatensoße. Letztere haben wir probiert und waren echt positiv überrascht wie super die verschiendenen Zutaten auf der Pizza harmonierten.

Gorgonzola Pizza mit Cranberries und Pinienkernen im Aposto

Gorgonzola Pizza mit Cranberries und Pinienkernen

Die Aposto-Speisekarte

Was hat die neue Karte im Aposto sonst noch so zu bieten? Auf jeden Fall einige geschmackliche Überraschungen wie zum Beispiel die hausgemachten Tagliatelle al Miele mit Rahmsoße, Honig, Ingwer, Senf & Rucola, die ihr im Bild unten seht. Was mich sehr gefreut hat war, dass nicht einfach wild neuartige Kreationen auf die Karte gesetzt wurden, die dann am Ende zwar interessant klingen aber nicht schmecken. Nein, die Gerichte sind so konzipiert, dass sie auf den ersten Blick ein wenig unorthodox klingen aber geschmacklich sehr ausgewogen sind. Die Süße der Cranberries und der nussige Geschmack der Pinienkerne hat zum Beispiel einfach ausgezeichnet zum Gorgonzola gepasst und ein perfektes Gegengewicht zu dessen sehr intentiven Geschmack dargstellt. Klar, nicht jeder mag seine Pizza mit Tandoori Chicken, frischem Koriander und Mango Chutney. Aber auch für alle Liebhaber klassischen Pizza-Genusses gibt es einige Kreationen auf der Karte.

Daneben habt ihr im Aposto eine große Getränkeauswahl mit vielen Cocktails, Longdrinks und haugemachter Limonade. Wer gerne Cocktails trinkt, hat jeden Donnerstag von 20 – 22 Uhr die Möglichkeit, den Preis für seinen Cocktail zu würfeln. Mit ein wenig Würfelglück zahlt ihr also nur einen Euro für euren Drink.

Hausgemachten Tagliatelle al Miele mit Rahmsoße, Honig, Ingwer, Senf & Rucola

Hausgemachten Tagliatelle al Miele mit Rahmsoße, Honig, Ingwer, Senf & Rucola

Hausgemachte Limonaden im Aposto

Hausgemachte Minz- bzw. Basilikum-Matcha Limonade

Preise & Service im Aposto

Die Preise liegen etwas über dem was man in München durchschnittlich für eine Pizza oder eine Portion Pasta zahlt und variieren stark, je nachdem welche Zutaten auf eurer Pizza oder in euren Nudeln landen. Die günstigste Pizza ist auch hier die Nummer 1 (Fior di latte Mozzarella | Grana Padano | Mozzarella | Tomatensoße) und schlägt mit 8 Euro zu Buche. Eine teurere Variante ist die Nummer 3 – eine Calzone mit Pulled Pork, Bacon, BBQ Soße, roten Zwiebeln, Cole Slaw und Mozzarella für 14 Euro. Eine Portion Pasta kostet zwischen 7 und 13 Euro.

Am Service haben wir nichts auszusetzen. Wir wurden super schnell und freundlich bedient. Die Servicekräfte sind freundlich aber nicht aufdringlich – genau so sollte es sein.

Wie fällt nun unser Fazit aus? Wir waren überrascht vom Essen und zudem pappsatt. Im Aposto isst es sich gemütlich ohne viel Chichi. Für uns auf jeden Fall eine empfehlenswerte Alternative, wenn man mal abseits der eingetretenen Pizza-Pfade essen gehen möchte. Schaut am besten selbst mal rein und postet in den Kommentaren, wie euer Fazit ausfällt!