ANZEIGE

„Machst ma den Knoblauch schee in kloane Wüafeln? Guad! Schicken!“  So in etwa klingt es, wenn Chefkoch Markus Lindner uns in seiner Münchner Kochschule instruiert – väterlich streng, aber gleichzeitig geduldig und hilfsbereit. Schließlich kommen die Leute zu ihm, dem gebürtigen Ingolstädter, um Kochen zu lernen. Auch wir haben uns – auf Einladung von Markus – an einem diesigen Novembertag auf den Weg nach Haidhausen in die Genusswerkstatt gemacht, um uns von ihm in die geheime Welt der „Curries, Chilies und Basare“ einweihen zu lassen. So lautet der Name des Kochkurses, den wir besuchen. Im Fokus sollen vor allem die dabei verwendeten Gewürze stehen. Wir sind sehr gespannt. Die Genusswerkstatt liegt in der Steinstraße – gegenüber vom Occhio Showroom. Uns erwartet eine kleine, sehr heimelige Location, die dem Kochkurs einen perfekten Rahmen verleiht.

Gedeckter Tisch in der Genusswerkstatt

Insgesamt wollen wir heute 4 Gänge zubereiten und starten recht schnell mit den Vorbereitungen für den ersten Gang. Von Anfang an ist Markus Lindner mit gutem Gemüt und immer bester Laune dabei, uns Kochazubis aus der Patsche zu helfen, wenn unsere Ergebnisse noch nicht perfekt sind. Wir schlagen uns in Summe nicht schlecht, so dass recht viel Zeit bleibt, um unseren Kochlehrer ordentlich mit Fragen zu löchern. Auch wenn Naivität unsere Fragen prägt: Geduldig beantwortet er alles und lässt uns hinter die Kulissen von Profiküchen blicken. Immer mit Hinweisen garniert, die uns helfen, besser zu kochen.

Kochkursteilnehmer mit Markus Lindner

Markus geht es aber nicht nur darum, dass Rezepte sauber gekocht werden können. Er nimmt uns mit auf eine kulinarische Kreuzfahrt, von Indien über Sri Lanka und durch den indischen Ozean bis nach Madagaskar. Passend zu den Destinationen führt er permanent neue Geschmäcker ein und lässt faszinierende Kombinationen verschiedenster Zutaten entstehen. Das passt nicht nur unglaublich gut zu seiner Vita, sondern bietet Gesprächstoff für mehrere Tage. Der ehemalige Schüler von Alfons Schuhbeck hat sich auf Kreuzfahrtschiffen einen Namen gemacht und mit seinen zeitweise mehr als hundert Köchen in aller Herren Länder Gerichte entdeckt, die so nicht in den gängigen Kochbüchern stehen. Bei den Landgängen wurden frische Zutaten in den Ursprungsländern eingekauft und anschließend auf dem Schiff ausprobiert. Mit den Rezepten in Markus‘ Kopf aus dieser Zeit könnte man Bücher füllen. Ich höre Markus gerne dabei zu, wie er Zutaten zu Geschichten verarbeitet und diese mit uns teilt. Das macht diesen Kochkurs besonders und den Gastgeber authentisch. In uns kommt Fernweh auf. Quasi nebenbei gelingen uns Gerichte, die wir so niemals gekocht hätten (Oder wer von Euch hat schonmal Curry Popcorn gemacht?).

Orientalische Gewürze

„Beim Schneidn muasst mim Knöchel führn, sonst hamma an rotn Ingwa“

Das Essen ist tendenziell schärfer als sonst, im Kochkurs wird aber Wert darauf gelegt, dass diese Schärfe immer wieder ausgeglichen wird. So trinken wir als Grundierung vor der Mulligatawny Suppe einen Mango Lassi, dessen Joghurtanteil unsere Mägen und Geschmacksnerven milde stimmt. Die Suppe begleiten zudem mehrere Papadams, sehr dünne frittierte Fladen aus Linsenmehl, die schnell mehr als eine Beilage für uns alle werden. Wahnsinnig lecker! Den Haupt- und Zwischengang bereiten wir parallel vor (Markus ist – ganz Chefkoch – perfekt durchorganisiert), so dass unser Spinat-Lammcurry schon einige Minuten gart, während wir das Lachsfilet mit Ananasgemüse im Bananenblatt zubereiten, dieses aber zuerst verspeisen.

Mulligatawny Suppe

Ohne Völlegefühl, aber schon restlos satt, erheben wir uns deutlich verzögert von unseren Tischen, um die Nachspeise zuzubereiten. Auch hier kommen wieder einige neue Zutaten hervor (konkret: Honiglikör aus Mauritius, zudem probieren wir die Kerne einer frischen Papaya) und motivieren uns für die Krönung: das Dessert ist ein Passionsfrucht-Mousse mit marinierten Madagaskar Vanille Früchten. Sagenhaft…

Zubereitung des Lammcurries

Fazit

Die Münchner Kochschule von Markus Lindner ist ein Ort für gute Gespräche in einer netten Atmosphäre. In seinem Culinarium lernt man aber vor allem das Kochen mit vielen Details, Kniffen und Techniken. Für uns war es ein rundum gelungener Nachmittag und wir kommen gerne wieder.

Vanille Rum aus Madagaskar