Diego Rivera Kunst Essentials Blog

Während meines New York Aufenthalts letzte Woche bin ich im MoMa auf eine kleine aber sehr feine Sonderausstellung gestoßen: Diego Rivera Retrospectives. Meine Faszination für Frida Kahlo hat in den letzten Jahren auch immer wieder mein Interesse an der Kunst von Rivera geweckt. Obwohl oder vielleicht gerade weil es mir sehr viel schwerer fällt, einen Zugang zu seinen Werke zu erhalten übt die Person Rivera eine gewisse Magie auf mich aus.

Eingangsbereich Diego Rivera Ausstellung im MoMa in New York

Riviera ist einer der wichtigsten Künstler Mexicos – neben seiner Frau Frida Kahlo auf jeden Fall auch der in Europa bekannteste Mexikanische Künstler. Er dominierte die Kunstszene seines Landes von den frühen 30er Jahren bis hin zu seinem Tod, hatte aber auch bereits zu Lebzeiten  außerhalb seines Heimatlandes einen hohen Bekanntheitsgrad. Trotzdem war ich sehr erstaunt zu sehen, wie bekannt und präsent Rivera in der amerikanischen Gesellschaft war und immer noch ist.  In meiner Wahrnehmung sehr viel stärker als das Werk von Frida Kahlo.


Eingangsbild zur Diego Rivera Ausstellung in MoMa New YorkPrägend und gleichzeitig signifikant für die Zeit seines künstlerischen Höhepunktes war er einer der bestimmenden Künstler des Sozialistischen Realismus. Rivera war sein Leben lang von sozialistischen Thesen überzeugt – wichtige politische Figuren wie Trotzky waren gern gesehene Gäste in seinem Haus. Beeinflusst war er in diesem Bereich bestimmt auch von seinem Aufenthalt im Europa der frühen 1900er Jahre. Im Bereich seiner politischen Einstellung war er gnadenlos, was ihm nicht nur einmal zum Verhängnis wurde.

Das Medium auch welchem er zeichnete ist ein für diese Zeit bereits sehr ungewöhnliches – Rivera malte großflächige Fresken auf Wänden und Mauern.

Umso schwieriger muss man es sich vorstellen, eine Retrospektive seiner Kunst zu veranstalten. Das MoMa hat sich dennoch getraut und eine interessante kleine Kollektion rund um den Schaffensprozess des Künstlers zusammengestellt. Darunter finden sich auch drei der insgesamt fünf Freskos, die Rivera für die zweite Einzelausstellung des MoMA auf transportierbaren Unterlagen erstellt hat. Darunter eines seiner bekanntesten Werke: „Zapata“. Daneben gilt ein großer Fokus der Ausstellung dem Skandal rund um das Wandbild, das Rivera im Auftrag der Familie im Rockefeller-Center erstellte. Das Gemälde wurde von John D. Rockefeller, Jr. auf Zuraten seiner Frau Abby beauftragt, die als großer Bewunderer und Mäzen Riveras galt. Es wurde zum Sinnbild eines ängstlichen Versuchs des Kapitalismus und des Scheiterns darüber, Kontrolle über die künstlerische Freiheit zu erlangen.

Obwohl die Sonderausstellung sehr klein ist und an der ein oder anderen Stelle etwas lieblos zusammengestellt wirkt, bietet sie einen guten Überblick über das künstlerische Schaffen von Rivera. Als Besucher hätte ich mir persönlich noch etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht, die die Geschichte der Bilder und ihres Entstehungskontextes weitererzählt.

Die Ausstellung „Diego Rivera: Murals for The Museum of Modern Art“ läuft noch bis zum 14. Mai 2012 im Museum of Modern Arts in New York.