Cover Zeitschrift The Germans

Update: Das Magazin ist die letzten Monaten nicht mehr erschienen. Grund waren wohl die hohen Produktionskosten und die vergleichsweise niedrigen Käuferzahlen. Am 1. März erscheint nun endlich wieder eine neue Ausgabe.

Für alle, die (wie ich) genervt und gelangweilt (und zwar gleichermaßen) von der deutschen Zeitschriftenbranche sind, habe ich heute einen Tipp. Schon lange suche ich nach einem Magazin, in dem mir nicht zum hundertausendsten mal erklärt wird wie man „für immer verliebt“ bleibt (aktuelle Titelstory der NEON) oder die mir die „Zukunft des Handelns“ skizzieren (wie aktuell in der brandeins). Wo gibt es endlich mal wieder Platz, ein Thema außerhalb des standardisierten monothematischen Interessensradars zu beleuchten, ins Detail zu gehen oder auch mal mehreren Sichtweisen gleichzeitig Raum zu geben? Wieso sind deutsche Zeitschriften so dermaßen überfüllt mit pseudo-esotherischen Lebenstipps – immer runtergekocht bis zu einem verschwindend kleinen Kern an Essenz der haarscharf an absoluter Bedeutungslosigkeit vorbeischrammt – schön massenkompatibel…

Um es kurz zu machen – ich habe keine Antwort auf diese Frage.  Egal, denn ich habe ein Magazin gefunden, das Hoffnung weckt. Während ich die ersten drei Ausgaben von „The Germans“ noch unbeachtet im Zeitschriftenregal liegen ließ, konnte ich bei der aktuellen Ausgabe nicht wiederstehen – ich wurde nicht enttäuscht. Das Heft ist verpackt in eine schöne Hülle – gestaltet vom Bureau Mirko Borsche – in die sich qualitativ hochwertige Inhalte fügen. Das Heft ist nicht in eine bestimmte special interest Ecke einsortierbar, sondern bietet spannende Beiträge zu verschiedenen Themengebieten. Im aktuellen Heft finden wir so z.B. einen Erklärungsversucht dazu, wieso wir von Hannah Arendt besonders dort lernen können, wo sie sich irrte. Das Herzstück der Ausgabe ist das Dossier “Zwischen Terror und Traum” in welchem verschiedene Journalisten in Reportagen und Kommentaren über Phänomene und Hintergrundinformationen zum arabischen Frühling berichten. Eine Ausgabe, die ich in kürzerster Zeit einmal von vorne nach hinten durchgelesen habe, das zum Denken anregt und das ich nur wärmstens empfehlen kann.

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Bildquelle: http://www.thegermansmagazine.com/